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Gerhard Weißenböck sitzt seit 15 Jahren im Chefsessel

Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Böblingen im Blasmusikverband Baden-Württemberg in Bondorf

In ihren Ämtern bestätigt (von links): Die Beisitzer Lothar Klein aus Holzgerlingen und Heinrich Benz sowie Kreisverbandsvorsitzender Gerhard Weißenböck. Hubert Kempter, Generalsekretär des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg, nahm die Ehrungen des Abends vor. Foto: red

Artikel vom 13. März 2018 - 06:00

Von Georg Schwenk

BONDORF. Seit 15 Jahren ist Gerhard Weißenböck Kreisvorsitzender beim Blasmusikverband Baden-Württemberg im Kreis Böblingen. Am vergangenen Samstag wurde er bei der Jahreshauptversammlung in der Zehntscheuer in Bondorf auch für die kommenden drei Jahre einstimmig im Amt bestätigt.

Sicherlich war dieses Jubiläum mit ein Grund für die zahlreichen Ehrengäste, darunter Landrat Roland Bernhard, Bürgermeister Bernd Dürr, der Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz und einige Landtagsabgeordnete des Kreises. Landrat Bernhard freute sich, dass sich so viele Jugendliche für die Blasmusik begeistern. Deshalb wolle man auch in Zukunft das Kreisjugendorchester finanziell und ideell unterstützen. Biadacz betonte, dass er selbst zwar kein Instrument erlernt habe, aber trotzdem die Arbeit der Vereine wertschätze und deshalb die eingeführte Dirigenten- und Ausbilderpauschale befürworte. Auch Hubert Kempter, Generalsekretär des Blasmusikverbands Baden-Württemberg, sprach sich für die eingeführte Pauschale aus, kritisierte aber gleichzeitig die Ungleichbehandlung zwischen Sport- und Kulturvereinen. Während diese Form der Vergütung in der Sportsektion bereits seit langem für jeden Trainer etabliert sei, erhalte ein Kulturverein den Zuschuss nur einmal pro Verein.

Weißenböck zeigte sich unterm Strich zufrieden mit der Mitgliederentwicklung im Kreisverband. Inklusive des Kreisjugendorchesters seien hier 35 Vereine mit 1840 aktiven Musikerinnen und Musikern über 18 Jahren und 1588 Jugendlichen zusammengeschlossen. In den vergangenen fünf Jahren sei die Anzahl der aktiven Erwachsenen um 142 gestiegen, bei den Jugendlichen stagniere die Mitgliederzahl. Zusammen mit den fördernden und den Ehrenmitgliedern ergebe das knapp 10 000 Mitglieder. Weißenböck sieht den Kreisverband als "Dienstleister" mit "Scharnierfunktion" zwischen den Musikvereinen auf der einen und dem Blasmusikverband Baden-Württemberg sowie der Politik auf der anderen Seite.

Düstere Zukunftsprognose aufgrund von G8-Modell

Aufgrund des G8-Schulmodells mit einem verdichteten Lehrplan und Nachmittagsunterricht sowie dem enorm gewachsenen Freizeitangebot, das auch ohne ein lange Bindung an Vereine auskomme, stellte Weißenböck den Vereinen eine düstere Zukunftsprognose. Ein Ansatzpunkt, um einen Mitgliederschwund bei den Jugendlichen zu verhindern, sei eine Verzahnung zwischen Schulen, Vereinen und Gesellschaft. "Kommt der Berg nicht zum Propheten, kommt der Prophet zum Berg."

Für Kreisverbandsdirigent Klaus Kreczmarsky, der verhindert war und seinen Bericht daher schriftlich einreichte, stellte das Kreisverbandsmusikfest, diesmal im Rahmen der Jubiläumsfeier "1250 Jahre Rutesheim", trotz des schlechten Wetters den Höhepunkt des vergangenen Jahres dar. Der Gesamtchor mit 450 Musikerinnen und Musikern gestaltete dabei das Programm. Bei ihrer Jahrestagung befassten sich die Verbandsdirigenten und Juroren mit den Themen Wertungsspiel und Wertungskriterien.

Ebenfalls in Abwesenheit berichtete Jugendleiter Tobias Klein, dass 114 Jugendliche an den Osterfreizeiten in Seebrugg und Balingen teilnahmen, um die Prüfungen für die D-Lehrgänge abzulegen. Das Jugendwertungsspiel in Aidlingen war mit 14 Vorträgen gut besucht und das Kreisjugendorchester befinde sich auf einem guten Weg.

Wolfgang Dittebrand, zugleich Beisitzer im Kreisverband Böblingen und Ehrenvorsitzender des Musikvereins Bondorf, nutzte die Gelegenheit und lud die anwesenden Vereine für das kommende Jahr zum 100-jährigen Jubiläum nach Bondorf ein. Gleichzeitig machte er darauf aufmerksam, dass die bürokratischen Hürden für die Vereine stetig größer werden. Die Sicherheitsvorschriften und die für ihn zum Teil übertriebenen Brandschutzvorschriften bei Veranstaltungen sprengen laut Dittebrand den Kostenrahmen und schmälern den Gewinn. In benachbarten Landkreisen gebe es zwar die gleichen Gesetze, sie würden aber nicht so streng ausgelegt wie im Kreis Böblingen. Auch die Erweiterung der Satzung durch die Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte-Verordnungen seien zu einer Abschreckung vom Ehrenamt geworden.